t>
TRENDING

Apple übernimmt deutsches Color-Tool Color.io und KI-Start-up PromptAI

3 minutes reading View : 10
Avatar-Foto
Laura Weber
Technologie - 18 Mai 2026

Apples Firmenübernahmen sorgen regelmäßig für Spekulationen über die künftige Produktstrategie. Durch den Digital Markets Act der EU muss der iPhone-Hersteller Zukäufe offenlegen – so wurde nun bekannt, dass Apple im Januar 2025 das deutsche Unternehmen Patchflyer übernommen hat. Patchflyer ist der Entwickler des webbasierten Farbkorrektur-Tools Color.io. Parallel sicherte sich der Konzern Mitarbeiter und Technologie des KI-Start-ups PromptAI aus San Francisco. Beide Akquisitionen gingen aus Apples Pflichtmeldungen im Rahmen des Digital Markets Act hervor.

Color.io war ein bei Fotografen und Filmemachern beliebtes Werkzeug für Farbkorrektur, Raw-Bearbeitung, Color Grading und die Erstellung von 3D-Look-up-Tables. Die Webanwendung bot filmische Effekte wie Halation und Grain und zählte über 200.000 Nutzer. Die Software zeichnete sich durch eine speziell entwickelte Color Engine aus, die präzise Farbmodelle berechnete.

Zum Jahresende 2025 ging die Website von Color.io offline. Pro-Nutzer erhielten zuvor eine Desktop-Version der Anwendung. Ob Apple diese Offline-Version weiterentwickelt, ist offen. Denkbar ist eine Integration in das Creator-Bundle, zu dem auch Pixelmator Pro gehört.

Hinter Patchflyer steht laut Website Jonathan Ochmann, der die Firma als alleiniger Entwickler über zehn Jahre betrieb. Ochmann bringt Expertise in Color Science, Farbmanagement und Digital Imaging mit – vor Color.io entwickelte er bereits VisionColor LUTs. Im November 2025 kündigte er seinen Wechsel zu einem größeren Unternehmen an: „Nach über zehn Jahren, in denen ich alles allein gemacht habe, bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich auf eine Weise wachsen muss, die als Solo-Entwickler nicht möglich ist.“

Die Übernahme passt in Apples Strategie, die eigenen Kreativwerkzeuge gezielt auszubauen. Color.ios Color Engine und Farbmodelle könnten Profi-Anwendungen wie dem Videoschnittprogramm Final Cut Pro zugutekommen. Auch eine Integration in Pixelmator Pro, das Apple Anfang 2025 übernommen hatte und das zum Creator-Studio-Abo gehört, liegt nahe.

Parallel übernahm Apple Mitarbeiter und Technologie des Computer-Vision-Start-ups PromptAI aus San Francisco. Das 2023 gegründete Unternehmen hatte die App Seemour entwickelt, die mithilfe von KI Sicherheitskamera-Aufnahmen analysierte – etwa zur Erkennung von Personen, Haustieren und Objekten. Die App wurde inzwischen eingestellt, Nutzerdaten werden gelöscht.

PromptAI wurde von Tete Xiao (PhD in Informatik, UC Berkeley) und Trevor Darrell, Mitgründer des Berkeley AI Research Lab, geleitet. Die Computer-Vision-Technologie des Start-ups dürfte Apples Smart-Home-Sparte zugutekommen.

Denkbar sind intelligentere Benachrichtigungen in HomeKit, die zwischen Familienmitgliedern und einem Paketboten unterscheiden können – verarbeitet auf dem Gerät, ganz im Sinne von Apples Datenschutz-Philosophie. Schon seit längerem gibt es Spekulationen über eine große Smart-Home-Offensive von Apple, zu der die Übernahme von PromptAI sehr gut passt.

Die beiden Akquisitionen reihen sich in eine Serie gezielter Übernahmen ein. Erst kürzlich sicherte sich Apple den Video-Effekte-Spezialisten MotionVFX mit rund 70 Mitarbeitern sowie das Photonik-Start-up invrs.io. Mit der Milliarden-Übernahme von Q.AI stieg der Konzern zudem tief in KI-basierte Sprachtechnologie ein.

Apple verfolgt damit offenkundig das Ziel, sowohl die eigenen Kreativ-Tools als auch die KI-Fähigkeiten seiner Produkte zu stärken. Der künftige CEO John Ternus sieht in KI „nahezu unbegrenztes Potenzial“, während das Unternehmen Siri-Entwickler ins KI-Bootcamp schickt.

📝 Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung basierend auf Inhalten von Heise Online umgeschrieben.
Share Copied