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Im laufenden Gerichtsverfahren zwischen Elon Musk und OpenAI hat nun OpenAI-Präsident Greg Brockman ausgesagt. Er entgegnete Musks Behauptungen, wonach dieser getäuscht worden sei, mit einer eigenen Darstellung: Musk selbst habe die Gründung eines gewinnorientierten Zweigs gefordert und versucht, die „absolute Kontrolle“ darüber zu erlangen.
Der Prozess in den USA hat seine zweite Woche abgeschlossen. Im Mittelpunkt standen die Motive des Klägers Elon Musk. Dieser hatte in der Vorwoche als Zeuge ausgesagt und OpenAI-CEO Sam Altman sowie Greg Brockman vorgeworfen, ihn getäuscht zu haben. Musk spendete demnach 38 Millionen US-Dollar aufgrund des Versprechens, OpenAI bleibe eine gemeinnützige Organisation zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) zum Wohle der Menschheit. Später habe OpenAI jedoch Milliardeninvestitionen von Microsoft angenommen und eine gewinnorientierte Tochtergesellschaft gegründet.
Brockman konterte nun mit einer anderen Version. Er argumentierte, Musk habe massiv auf die Gründung eines gewinnorientierten Zweigs gedrängt. Der Tech-Milliardär habe einen erbitterten Kampf geführt, um die „absolute Kontrolle“ über diesen Teil zu erhalten. OpenAI selbst argumentiert, Musk klage nur, weil er seinen Willen nicht durchgesetzt habe und nun einen Konkurrenten seines eigenen KI-Unternehmens xAI schwächen wolle.
Der Gerichtssaal war von Anspannung geprägt, während draußen Demonstranten gegen Künstliche Intelligenz protestierten. Die Atmosphäre verdeutlicht die hohe öffentliche und mediale Aufmerksamkeit für den Fall, der weitreichende Folgen für die KI-Branche haben könnte.
Im Zuge der Aussagen wurden auch E-Mails von Musk öffentlich, die seine Visionen für OpenAIs nächste Schritte zeigten. Darin schlug er unter anderem vor, Tesla-KI-Chips zu nutzen und forderte eine stärkere Kontrolle über die strategische Ausrichtung.
Ein weiterer Punkt: Musk hatte laut Gerichtsunterlagen Tesla-Fahrzeuge als Geschenke für OpenAI-Mitarbeiter in Aussicht gestellt. Später, so Brockman, sei Musk zunehmend verärgert gewesen, weil OpenAI seine Vorstellungen nicht umsetzte. Der Bruch zwischen Musk und der Führungsspitze wurde unüberbrückbar.
Brockman selbst räumte ein, dass die Entscheidungen schwierig gewesen seien. Er sagte wörtlich: „Es ist schwer, sich selbst im Spiegel anzusehen.“ Gemeint war die Abkehr vom ursprünglichen Non-Profit-Modell.
Die frühere OpenAI-Führungskraft Mira Murati sagte über die kurzzeitige Entlassung von Sam Altman im November 2023 aus. Sie beschrieb chaotische Szenen im Vorstand und tiefe Zerwürfnisse. Die Episode zeige, wie instabil die Führungsstruktur zeitweise gewesen sei.
Musks Ex-Partnerin, die nicht namentlich genannt wurde, enthüllte vor Gericht, dass Elon Musk bereits parallel bei Tesla an einem konkurrierenden KI-Labor plante. Dieses sollte angeblich noch vor dem Gründungsdatum von xAI entstehen.
In Teslas internen KI-Labor sollten nach Musks Vorstellung Spitzenforscher von OpenAI wechseln. Er habe versucht, mehrere Wissenschaftler abzuwerben, was die Spannungen zwischen den Unternehmen weiter verschärfte.
Der Prozess wird in den kommenden Wochen fortgesetzt. Weitere Zeugen, darunter ehemalige OpenAI-Mitarbeiter und externe KI-Experten, sollen gehört werden. Die Entscheidung des Gerichts könnte die künftige Governance von KI-Entwicklungsunternehmen maßgeblich beeinflussen.
