t>

Der 130. Ärztetag hat dem neuen Gesundheits-Digitalisierungsgesetz (GeDIG) deutliche Grenzen gesetzt: Krankenkassen sollen nicht über medizinische Behandlungen entscheiden dürfen. Zudem kritisieren die Delegierten den erweiterten Kassenzugriff auf Daten der elektronischen Patientenakte. WhatsApp führt einen Inkognito-Chat ein, der Konversationen mit der Meta-KI nicht speichert. Das BSI hat Sicherheitslücken im öffentlichen Ladenetz für Elektroautos festgestellt. Ein Überblick über die wichtigsten Meldungen.
Der 130. Deutsche Ärztetag in Hannover hat mit großer Mehrheit Beschlüsse zum geplanten Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen gefasst. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte die Reformpläne zwar verteidigt, aber Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Ärzteschaft erteilte den Plänen jedoch eine klare Absage: „Digitalisierung ja, aber nicht auf Kosten von Patientenrechten, ärztlicher Unabhängigkeit und dem Zugang zur Versorgung.“
Ein zentraler Punkt der Kritik ist die wachsende Rolle der gesetzlichen Krankenkassen in der medizinischen Versorgung. Die Ärzte sehen darin einen Tabubruch, wenn sich Kassen in die Behandlung einmischen. Der Ärztetag sprach sich deutlich gegen eine „kassengesteuerte Digitalisierung im Gesundheitswesen“ aus.
Meta Platforms hat für seine KI-Chatbots auf WhatsApp und in der Meta-AI-App einen geschlossenen, komplett privaten Konversationsmodus angekündigt. Ein „Inkognito-Chat“ wird laut Unternehmen nicht protokolliert und nach Beendigung auf dem Endgerät gelöscht. Die verschlüsselten Chats sind auch für Meta selbst nicht einsehbar. Diese Funktion eignet sich besonders für sensible Themen wie Finanzen, Gesundheit oder persönliche Angelegenheiten. Zudem sind Nebenchats geplant – nicht öffentliche Gespräche mit der Meta-KI im Rahmen anderer Chats. Beide Funktionen sollen in den nächsten Monaten verfügbar sein.
Beim Laden von Elektroautos an öffentlichen Ladestellen entsteht neben der Strom- auch eine Datenverbindung. Diese kann ein Einfallstor für Angriffe auf die Ladestation, das Stromverteilnetz oder das Fahrzeug sein. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die IT-Sicherheit öffentlicher Ladenetze untersucht. Ergebnis: Zentrale Normen entsprechen zwar dem Stand der Technik, aber bei der praktischen Umsetzung werden Sicherheitsmechanismen wie Transportverschlüsselung, Sperrlisten oder moderne kryptografische Verfahren laut BSI häufig nur eingeschränkt oder optional implementiert.
Die JavaScript-Laufzeitumgebung Bun, die ursprünglich Node.js, NPM und Bundler ersetzen sollte, wurde Ende 2025 von der KI-Firma Anthropic übernommen. Anthropic nutzt Bun bereits für Claude Code und das Claude Agent SDK. Nun zeigt sich, dass die Übernahme nicht folgenlos bleibt: Ende April erschien ein Branch, in dem das Sprachmodell Claude die gesamte Codebasis von Zig auf Rust umschreibt. Am 14. Mai wurden 2188 Dateien geändert, eine Million Zeilen neu geschrieben und 4000 Zeilen gelöscht. Bun ist damit komplett in Rust geschrieben. Es bleiben jedoch offene Fragen zu dieser KI-Portierung.
Im c’t-Datenschutz-Podcast „Auslegungssache“ berichten die Hosts von der Vorstellung des Tätigkeitsberichts der Bundesdatenschutzbeauftragten, bei der nur wenige Journalisten erschienen sind – ein bedenkliches Signal in Zeiten, in denen Vorhaben wie Vorratsdatenspeicherung oder Gesichtserkennung beim BKA auf der politischen Agenda stehen. Breiten Raum nimmt der sogenannte „Signal-Hack“ ein, bei dem hochrangige Politiker Ziel einer Phishing-Kampagne wurden.
Zudem thematisiert der Podcast, dass Europol über Jahre mehr als zwei Petabyte Daten gesammelt hat – ohne saubere Rechtsgrundlage und am europäischen Datenschutzbeauftragten vorbei. Die Folge trägt den Titel „Signal-Hack und Europol-Schatten-IT.“
