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Der Tech-Konzern Meta stellt seine Belegschaft für das KI-Zeitalter neu auf. Bis zu 20 Prozent der weltweit Beschäftigten sind von den geplanten Umstrukturierungen betroffen. Der Widerstand unter den Mitarbeitenden wächst.
Meta treibt seine KI-Strategie mit Nachdruck voran. Wie Reuters und die New York Times unter Berufung auf eine interne Mitteilung berichten, sollen rund zehn Prozent der weltweit Beschäftigten entlassen werden. Weitere 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen in neue KI-Projekte wechseln.
Die Personalchefin Janelle Gale kündigte die Maßnahmen in einer internen Mitteilung an. Sie schrieb, die Umstrukturierung werde „das Unternehmen produktiver machen und die Arbeit lohnender gestalten”.
Bereits Ende 2025 hatte Gale angekündigt, dass der Erfolg aller Mitarbeitenden künftig anhand ihres „KI-Impacts” bewertet werde. Das bedeutet: Wie sie KI einsetzen, um produktiver zu arbeiten und bessere Ergebnisse zu erzielen.
Seitdem werden Angestellte unternehmensweit dazu ermutigt, mehrmals wöchentlich an KI-Schulungen teilzunehmen. Zudem sollen sie eigene Tools entwickeln.
Die Reaktionen auf den Fokus auf Künstliche Intelligenz sind gespalten. Während einige die aktuelle Phase als motivierend erleben, berichten andere, dass der Druck und der intensive KI-Fokus Ängste vor Entlassungen schüren.
Ende März beschäftigte Meta eigenen Angaben zufolge noch knapp 78.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Laut dem internen Dokument sind jetzt rund 20 Prozent der Belegschaft von Entlassungen oder Versetzungen betroffen.
Zusätzlich wurden 6.000 offene Stellen gestrichen. Die Umstrukturierung ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, mit der Meta KI-Anwendungen stärker in den Mittelpunkt stellen will.
Die von Versetzungen betroffenen Teammitglieder sollen in vier neue Abteilungen wechseln. Diese konzentrieren sich auf die Entwicklung neuer KI-Tools und -Apps.
Zusätzlich sollen Führungspositionen gestrichen werden, um flachere Hierarchien und kleinere, agilere Teams zu schaffen. Das schreibt Gale in der internen Mitteilung.
Die Mitarbeitenden wurden angewiesen, am 20. Mai aus dem Homeoffice zu arbeiten. An diesem Tag sollen sie eine E-Mail bezüglich ihrer möglichen neuen Rolle erhalten.
Gleichzeitig will das Unternehmen an diesem Tag auch Benachrichtigungen an jene versenden, die entlassen werden. Wie Engadget berichtet, hatte Meta schon Ende April einen größeren Stellenabbau angekündigt.
Gale soll damals mitgeteilt haben, dass dies „Teil der fortgesetzten Bemühungen sei, [Meta] effizienter zu führen“. Es ermögliche dem Unternehmen, andere Investitionen auszugleichen.
Damit spielte die Personalchefin vermutlich auf die erheblichen Investitionen an, die Meta in die Entwicklung seiner KI-Infrastruktur und -Produkte steckt.
Laut der New York Times teilte CEO Mark Zuckerberg den Investorinnen und Investoren mit, dass das Unternehmen in diesem Jahr zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar ausgeben wolle – hauptsächlich für den Ausbau der KI-Strategie.
Laut Reuters sind im weiteren Jahresverlauf weitere Stellenstreichungen geplant. Betroffene Mitarbeitende erhalten eine Abfindung in Höhe von 16 Wochenlöhnen zuzüglich zwei weiterer Wochenlöhne pro Beschäftigungsjahr.
Wie die FAZ berichtet, stoßen die Pläne bei den Beschäftigten Metas auf erheblichen Widerstand. Mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterzeichneten eine Petition gegen den Einsatz einer Software zur Erfassung von Mausbewegungen.
Mithilfe dieser Technologie sollen KI-Modelle so trainiert werden, dass sie menschliche Computerinteraktionen nachahmen können. Auf der internen Kommunikationsplattform Workplace kritisierten viele das Management dafür, wochenlang über die Entlassungspläne geschwiegen zu haben.
Meta selbst äußerte sich auf Anfragen zunächst nicht zu den konkreten Zahlen und Abläufen der Umstrukturierung. Die Umsetzung der Maßnahmen soll in den kommenden Wochen beginnen.
