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Der Streamingdienst Netflix verkündete bei seiner jährlichen Upfront-Veranstaltung einen neuen Meilenstein: Mehr als 250 Millionen Menschen schalten monatlich das günstige Werbeabonnement ein. Ab 2027 will das Unternehmen das Angebot in 15 weiteren Ländern einführen, darunter Österreich, Polen und Dänemark.
In Deutschland ist das Werbeabo seit Herbst 2022 buchbar. Abonnenten erhalten Zugriff auf das gesamte Angebot, müssen jedoch Werbeunterbrechungen und eine reduzierte Bildqualität in Kauf nehmen. Der Einstiegspreis liegt deutlich unter dem der werbefreien Version.
Nach einem verhaltenen Start entwickelte sich die werbegestützte Stufe zum Wachstumstreiber. Ende 2024 entschied sich bereits jeder zweite Neukunde für dieses Modell. Im November 2025 hatte Netflix noch 190 Millionen monatlich aktive Werbezuschauer gemeldet – die aktuellen 250 Millionen bedeuten einen Zuwachs von rund 60 Millionen in nur wenigen Monaten.
Die Zahl von 250 Millionen bezieht sich auf die Gesamtzuschauer, nicht auf die Anzahl der Abonnements. Da ein Haushalt mehrere Personen umfassen kann, ist die tatsächliche Zahl der bezahlten Werbeabos niedriger. Netflix gab dazu keine konkrete Auskunft. Insgesamt zählt der Dienst weltweit 325 Millionen Abonnenten.
Das Werbeabo „Standard mit Werbung“ kostet in Deutschland fünf Euro pro Monat. Zum Vergleich: Das günstigste werbefreie Abonnement liegt bei 14 Euro. Eine ursprünglich geplante Zwischenstufe für acht Euro hatte Netflix nach Einführung des Werbeabos wieder gestrichen.
Trotz der niedrigen Abopreise gelten Nutzer des Werbeabos als besonders lukrativ. Werbeeinnahmen steigern den Umsatz pro Kunde, und das Geschäftsmodell hilft Netflix, in preissensitiven Märkten zu wachsen.
Parallel treibt der Konzern den Einsatz künstlicher Intelligenz voran. Laut Branchenjournalist Janko Röttgers baut Netflix derzeit ein neues Studio namens INKubator auf, das KI-generierte Kurzfilme produzieren soll. CEO Ted Sarandos nannte KI bereits im vergangenen Jahr eine Möglichkeit, die Kosten für Inhalte zu senken – insbesondere bei CGI-Effekten.
Bereits im Februar übernahm Netflix das von Schauspieler Ben Affleck gegründete KI-Start-up InterPositive. Das Unternehmen entwickelt Werkzeuge für die Postproduktion von Filmen und Serien und soll die Effizienz in der Nachbearbeitung erhöhen.
