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Eine neue Undercover-Recherche des „Team Wallraff“ deckt gravierende Missstände beim Paketdienstleister DPD auf. Die Reporter schlüpften in die Rolle von Paketboten und dokumentierten Arbeitsbedingungen, die nach Einschätzung von Arbeitsrechtlern gegen geltende Gesetze verstoßen. Im Fokus stehen überlange Arbeitszeiten, systematischer Lohndruck und mangelnder Arbeitsschutz.
Die verdeckten Aufnahmen entstanden in mehreren DPD-Depots in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Laut Rechercheteam arbeiteten Boten teilweise bis zu 14 Stunden am Stück, ohne Pausen oder Vergütung für die gesamte Arbeitszeit. Viele von ihnen sind über Subunternehmer beschäftigt und erhalten häufig nur einen Stundenlohn unter dem Mindestniveau der Branche. Die Reporter dokumentierten zudem, wie Vorgesetzte Druck ausübten, um Lieferzeiten unter allen Umständen einzuhalten.
Ein besonders erschütternder Fall betrifft einen Fahrer, der nach einem Herzinfarkt am Steuer nicht sofort ins Krankenhaus gebracht, sondern von seinem Vorgesetzten aufgefordert wurde, die Tour zu Ende zu bringen. Solche Vorfälle seien kein Einzelfall, berichten die Undercover-Reporter. Statt angemessener Fürsorge zähle für das Unternehmen nur die Quote – auf Kosten der Gesundheit der Beschäftigten.
Auf Anfrage des stern erklärte DPD, man nehme die Vorwürfe „sehr ernst“ und leite umgehend interne Prüfungen ein. Zugleich betont der Konzern, die Arbeitsbedingungen der Zusteller stetig verbessern zu wollen. Allerdings räumt DPD ein, dass die Kontrolle über Subunternehmer eine große Herausforderung darstelle. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, sich auf diese Weise seiner Verantwortung zu entziehen.
Die gesamte Recherche wird am 6. Mai ab 20.15 Uhr bei RTL ausgestrahlt. Die Folge ist zudem auf RTL+ abrufbar, ebenso eine neue Folge des „Team Wallraff“-Podcasts. Die Dokumentation wirft ein Schlaglicht auf ein System, bei dem der Paketboom direkt zulasten derjenigen geht, die ihn täglich am Laufen halten.
