Telekom-Glasfaser: Nur jeder sechste Haushalt nutzt verfügbaren Anschluss

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Anna Müller
Technologie - 18 Mai 2026

Der milliardenschwere Glasfaser-Ausbau der Deutschen Telekom kommt nur schleppend voran. Zwar gewann der Bonner Konzern im ersten Quartal 200.000 Neukunden hinzu, doch die Gesamtzahl der direkten Glasfaseranschlüsse (FTTH) liegt mit 2,2 Millionen weiterhin auf niedrigem Niveau. Das Verhältnis von Haushalten mit verfügbarer Glasfaser zu tatsächlichen Vertragsabschlüssen beträgt lediglich 17,1 Prozent – das bedeutet: Fünf von sechs Haushalten verzichten bisher auf einen Wechsel.

Die Telekom hat eigenen Angaben zufolge inzwischen bei 13 Millionen Haushalten Glasfaserkabel verlegt – entweder bis zur Grundstücksgrenze oder direkt ins Gebäude. Die Aufnahmerate stieg im Jahresvergleich um 1,6 Prozentpunkte, liegt aber weiter unter den Erwartungen des Unternehmens. Vorstandschef Tim Höttges zeigte sich am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen unzufrieden: „Man sei mit der bisher erreichten Glasfaser-Auslastung nicht zufrieden.“

Auch die Wettbewerber investieren Milliarden in den Ausbau, bleiben jedoch hinter der Telekom zurück. Vodafone kommt mit seiner Glasfaser-Tochter OXG auf 0,6 Millionen versorgte Haushalte, ohne Angaben zu Vertragszahlen. Die Deutsche Glasfaser erreicht 2,8 Millionen Haushalte, von denen knapp 30 Prozent tatsächlich einen FTTH-Vertrag nutzen. Allerdings sind die Raten nur eingeschränkt vergleichbar, da die Deutsche Glasfaser vor allem im ländlichen Raum aktiv ist.

In Großstädten ist die Nachfrage nach Glasfaser geringer, da dort das Fernsehkabel-Internet eine schnelle Alternative bietet. Zudem bereiten Mehrfamilienhäuser Probleme: Vermieter verweigern oft den Zugang für die Verlegung der Kabel vom Keller in die Wohnungen. Finanzvorstand Christian Illek betonte, man wolle den Kundenzuwachs beschleunigen: Für 2025 sind 0,75 Millionen FTTH-Neukunden geplant, für 2027 eine Million.

Höttges sieht die Lösung vermehrt im Ausbau ländlicher Gebiete und Stadtrandlagen. „Dieser Ausbau in den ländlichen Gebieten ist sehr, sehr teuer, aber dafür ist die Akzeptanz in diesen Gebieten viel höher“, sagte der Konzernchef. Hauseigentümer versprächen sich von einem Glasfaseranschluss auch eine Wertsteigerung ihrer Immobilie. Die Telekom baut dort vor allem in Einfamilienhausgebieten, wo die Vertragsbereitschaft deutlich höher ist.

Die Gesamtzahl der Haushalte, die einen FTTH-Anschluss nutzen, könnte durch die Fokussierung auf das Land weiter steigen. Allerdings bleibt die Herausforderung in städtischen Mehrfamilienhäusern bestehen. Höttges nannte als Grund auch Kooperationen von Vermietern mit Kabelnetzbetreibern, die einen Wechsel zu Glasfaser blockierten.

Am Mittwoch legte die Telekom zugleich ihre Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Der Umsatz stieg um 0,4 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro – ohne den schwachen US-Dollar wäre das Plus höher ausgefallen. Der Konzerngewinn sank um rund ein Viertel auf zwei Milliarden Euro, bedingt durch Restrukturierungskosten in den USA und andere negative Effekte. Die Börse reagierte positiv: Der Aktienkurs legte bis zum Mittag um zwei Prozent zu.

📝 Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung basierend auf Inhalten von Heise Online umgeschrieben.
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