Samsung Streik: Notfallmodus eingeleitet – droht 18-tägiger Ausstand?

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Anna Müller
Technologie - 18 Mai 2026

Bei Samsung zeichnet sich ein fast dreiwöchiger Streik ab, der weit über den Konzern hinaus Folgen haben könnte. Die größte beteiligte Gewerkschaft lehnte am Freitag ein neues Angebot von Samsung für vorbehaltlose Verhandlungen ab, wie die Korea Times berichtet. Stattdessen treiben die Arbeitnehmervertreter die Vorbereitungen für den 18-tägigen Ausstand ab kommenden Donnerstag voran. Sie erklärten, dass keine Gespräche mehr stattfinden sollen, bevor ihre zentralen Forderungen zu Bonuszahlungen erfüllt seien. Nach dem Streik könne man dann wieder verhandeln.

Der Konzern hat inzwischen einen Notfallmodus eingeleitet, wie der Korea Herald meldet. Dieser umfasst die Prüfung von Produktionsanpassungen und Stabilisierungsmaßnahmen für den Streikfall. Samsung reagiert damit auf die besonderen Risiken für die Halbleiterherstellung, die umfangreiche Vorbereitungen erfordert. Das Unternehmen warnte zudem, dass die Produktion nach einem Streik nicht sofort wieder aufgenommen werden könne. Laut der Investmentbank KB Securities könnte es zwei bis drei Wochen dauern, bis die hochautomatisierte Fertigung wieder normal läuft.

Im Kern des Konflikts steht die Beteiligung der Mitarbeiter an den Rekordgewinnen des Konzerns. Die Gewerkschaften fordern, dass 15 Prozent der Gewinne für Boni verwendet werden. Damit wollen sie die wachsende Einkommensschere zu Konkurrenten wie SK Hynix schließen. Dieser Halbleiterhersteller hatte im Herbst eine Vergütungsreform mit höheren Boni akzeptiert. In der Folge stieg die Zahl der Samsung-Angestellten in Gewerkschaften sprunghaft an, und Samsung verlor viele Fachkräfte an die Konkurrenz.

Der angedrohte Streik würde die Speicherproduktion lahmlegen. Die Folgen für die Industrie und Lieferketten wären massiv. Medienberichten zufolge drohen dem Konzern tägliche Verluste von umgerechnet bis zu 570 Millionen Euro. Auch die südkoreanische Regierung hat sich daher an den Verhandlungen beteiligt, unterstützt die Gewerkschaftsforderungen jedoch nicht.

Sollte der Streik nicht anderweitig verhindert werden, könnte die Regierung sogar selbst eingreifen. Der Arbeitsminister kann einen Ausstand für 30 Tage aussetzen, wenn er die nationale Wirtschaft oder Menschenleben gefährdet. Derzeit ist unklar, ob dieses Mittel erwogen wird. Die Lage bleibt angespannt, und alle Seiten bereiten sich auf den möglichen Arbeitskampf vor.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob es doch noch zu einer Einigung kommt oder der Streik wie angekündigt beginnt. Samsung und die Gewerkschaften stehen unter Druck, eine Eskalation zu vermeiden, die nicht nur den Konzern, sondern die gesamte südkoreanische Wirtschaft treffen könnte.

📝 Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung basierend auf Inhalten von Heise Online umgeschrieben.
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