Apple plant offenbar eine grundlegende Neugestaltung seines Sprachassistenten Siri. Mit dem Betriebssystem iOS 27, das voraussichtlich 2025 erscheint, soll Siri erstmals eine eigenständige App mit einem Chatbot-Interface erhalten. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise.
Der Konzern hatte die Verbesserungen des Funktionsumfangs bereits vor über zwei Jahren angekündigt, konnte diese jedoch bislang nicht umsetzen. Nun soll die kleine Revolution kommen: In Anlehnung an Dienste wie ChatGPT oder Claude will Apple Siri zu einem Always-on-Agenten umbauen.
Kern der Neuerung ist die Möglichkeit, persönliche Daten auf dem iPhone kontextsensitiv zu nutzen und Aktionen in Apps auszuführen. Bisher war dies nur in stark eingeschränktem Umfang möglich. Mit iOS 27 soll diese Funktion endlich ausgerollt werden.
Das Interface orientiert sich laut Bloomberg stark an dem, was Nutzer von ChatGPT kennen. Siri wird künftig in der Dynamic Island moderner iPhones angezeigt und lässt sich durch ein Wake-Wort oder einen längeren Druck auf den Power-Knopf aktivieren.
Zusätzlich soll eine neue Geste eingeführt werden: Wischt der Nutzer von der Bildschirmmitte nach unten, erscheint Siri mit einer „Suche oder frage“-Leiste. Aus jeder Antwort heraus kann man zudem in einen Chatmodus wechseln, der an das Spotlight-Interface erinnert.
Aus dem Chat heraus lässt sich per Klick auf ein Mikrofon-Icon zurück in den Sprachmodus springen. Antworten bezieht Siri wie bisher auch aus dem Web, allerdings sollen diese durch eine interne KI-Suche aufbereitet werden. Der Sprachassistent wird dadurch präziser und kontextbezogener.
Neben den beschriebenen Aufrufmethoden gibt es eine Standalone-App für das KI-System. Diese App fasst frühere Konversationen zusammen, zu denen der Nutzer zurückkehren kann. Sie enthält eine Suchleiste und ein „+“-Symbol, um neue Chats zu starten. Zudem lassen sich Bilder und Dokumente hochladen, um Fragen zu deren Inhalt zu stellen.
Bloomberg berichtet weiterhin über Verbesserungen beim Bildgenerator Image Playground. Dieser soll mit neueren Modellen ausgestattet werden, nachdem er im Vergleich zu anderen Systemen als deutlich veraltet galt. Die App bekommt dafür ein leicht verbessertes Interface, und generierte Bilder lassen sich künftig weiter verfeinern.
Mit iOS 27 unternimmt Apple einen großen Schritt im KI-Wettbewerb. Die Neuerungen bei Siri zeigen, dass der Konzern die Technologie ernsthaft vorantreibt und sich an den Marktführern im Bereich generativer KI orientiert. Die endgültige Einführung steht jedoch noch unter dem Vorbehalt interner Tests und könnte sich weiter verzögern.
