OpenAI erwägt Klage gegen Apple wegen Vertragsbruch bei ChatGPT-Partnerschaft

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Sarah Hoffmann
News - 18 Mai 2026

OpenAI ist einer Meldung der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge unzufrieden mit der bestehenden Partnerschaft mit Apple und erwägt nun rechtliche Schritte. Angeblich profitiert das KI-Unternehmen nicht ausreichend von dem Deal und wirft Apple sogar Vertragsbruch vor.

Die Partnerschaft besteht seit der Einführung von Apple Intelligence im Oktober 2024. Sie ermöglicht Nutzern von iOS, iPadOS und macOS, sehr einfach und bis zu einer bestimmten Grenze kostenlos auf ChatGPT zuzugreifen, wenn Apples eigenes KI-System nicht weiterweiß.

Bei OpenAI sieht man die erhofften Vorteile durch die Kooperation nicht. Der Vorwurf lautet, Apple bewerbe die ChatGPT-Funktionen in seinen Betriebssystemen nicht ausreichend und verstecke sie sogar. Dies deute darauf hin, dass die erwartete Nutzungsintensität durch Milliarden Apple-Nutzer ausgeblieben sei.

Die gesamte Partnerschaft gilt daher als belastet. Laut Bloomberg arbeiten die Anwälte bei OpenAI aktiv an einem rechtlichen Vorgehen, das in einer Klage münden könnte. In einem ersten Schritt sei jedoch ein sogenannter blauer Brief geplant, in dem Apple auf den angeblichen Vertragsbruch aufmerksam gemacht wird. Zudem habe OpenAI externe Anwälte hinzugezogen.

Dass überhaupt juristische Schritte erwogen werden, deutet auf eine zerrüttete Kooperation hin. OpenAI hatte sich unter anderem erhofft, durch die Partnerschaft mehr Abonnenten zu gewinnen, die bereit sind, knapp 23 Euro monatlich für ChatGPT zu zahlen. Dies hätte dem geplanten Börsengang geholfen. Doch dies sei offenbar nicht eingetreten, wofür OpenAI Apple verantwortlich macht.

Intern soll Apple Bedenken gegenüber einer tieferen ChatGPT-Integration gehabt haben, insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz. Zwar lässt sich ChatGPT auf Apple-Geräten auch anonym nutzen – Apple hat dazu einen Proxy implementiert – dennoch zweifelt der Konzern an einem adäquaten Schutz der Nutzerdaten durch OpenAI.

Seit Bekanntgabe der Partnerschaft, für die Apple angeblich kein Geld zahlt, hat sich die Situation zwischen den Unternehmen verändert. Apple holte Googles Gemini als offiziellen KI-Partner in seine Systeme, um etwa Siri leistungsfähiger zu machen. Dabei erhält Apple tiefen Zugriff auf das Modell und kann es teils in eigenen Rechenzentren ausführen – was mit OpenAI nie möglich war.

Zugleich entwickelt sich OpenAI zunehmend zum direkten Konkurrenten von Apple. Nach der Anwerbung des ehemaligen Apple-Designchefs Jony Ive soll das Unternehmen an KI-Gadgets und sogar an einem eigenen Smartphone arbeiten. Diese Entwicklung dürfte die Beziehung weiter belasten.

Laut Bloomberg will OpenAI jedoch erst dann gegen Apple klagen, wenn ein langwieriger Rechtsstreit zwischen OpenAI und Elon Musk beendet ist. In diesem Verfahren geht es letztlich um die Herrschaft über OpenAI. Ein solcher Schritt wäre somit erst nach Abschluss jenes Prozesses zu erwarten.

Ob es tatsächlich zu einer Klage kommt, bleibt abzuwarten. Die Anzeichen mehren sich jedoch, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Technologiekonzernen tiefgreifend gestört ist – sowohl aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die Integration als auch wegen wachsender Konkurrenz.

📝 Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung basierend auf Inhalten von Heise Online umgeschrieben.
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