Gefälschte DRAM-Module: Betrüger nutzen Glasgewebe für nutzlose Speicherchips

3 minutes reading View : 1
Avatar-Foto
Anna Müller
Technologie - 18 Mai 2026

Betrüger haben eine neue Methode entwickelt, um Arbeitsspeicher zu fälschen: Sie bauen DRAM-Module mit nachgemachten Speicherchips aus Glasgewebe. Die äußere Hülle aus Kunststoff und die Beschriftung täuschen echte Bauteile vor, doch innen steckt kein funktionsfähiger Speicher. Die Module sind völlig nutzlos.

Das X-Mitglied „taki_pc_1115“ veröffentlichte Bilder eines gefälschten SO-DIMM-Moduls für Notebooks, das aus dem japanischen Gebrauchtwarenmarkt stammt. Eine Yahoo-Auktion, die nur über einen VPN-Tunnel nach Japan erreichbar ist, listet mehrere dieser Fake-Module. Der Verkäufer gibt an, keine Funktionsgarantie übernehmen zu können – ein klarer Hinweis auf die fehlende Lauffähigkeit.

Die Fälschungen zeigen auffällige Merkmale: Die Umrandung der Chips ist ungewöhnlich hell. Der bei DDR5-RAM vorgeschriebene Power-Management-Chip (PMIC) wurde durch schief aufgelötete SMD-Bauteile ersetzt. Zudem ist die Leiterplatte stark abgerundet, und die Goldkontakte an der Unterseite haben alle die gleiche Länge – ein Detail, das bei echten Modulen variiert. Auch der Samsung-Aufkleber passt nicht zu den vermeintlichen Speicherbausteinen von SK Hynix.

Die größte Gefahr liegt im Verbesserungspotenzial der Betrüger. Wenn sie diese Erkennungsmerkmale korrigieren, werden die nachgebauten Module kaum noch von Originalen zu unterscheiden sein. In Zeiten der anhaltenden Speicherkrise ist daher besondere Vorsicht geboten.

Besonders beim Kauf gebrauchter Speichermodule sollten Verbraucher wachsam sein. Experten raten zur Selbstabholung, bei der die Ware vor Ort genau begutachtet werden kann. So lassen sich offensichtliche Fälschungen leichter erkennen.

Neben den Glasgewebe-Fakes setzen Betrüger auch auf Billigchips, die häufig eine geringere Kapazität aufweisen als beworben. Solcher Speicher ist zwar grundsätzlich lauffähig, erreicht aber meist nicht die versprochene Geschwindigkeit. Auch hier ist Vorsicht geboten.

Aufgrund der hohen Preise für Arbeitsspeicher, SSDs und HDDs rücken diese Produkte immer stärker in den Fokus von Betrügern. Der finanzielle Anreiz ist groß, gefälschte Ware anzubieten.

Verbraucher sollten daher nur bei vertrauenswürdigen Händlern kaufen. Bei Online-Auktionen ist besonders auf die Beschreibung und die Bewertungen zu achten. Ein Preis, der deutlich unter dem Marktniveau liegt, ist oft ein Alarmzeichen.

Die aktuelle Betrugswelle zeigt, wie wichtig es ist, Speicherprodukte vor dem Kauf gründlich zu prüfen. Dazu gehört auch der Vergleich von Seriennummern und optischen Merkmalen mit Originalen.

Fazit: Wer günstigen oder gebrauchten Arbeitsspeicher erwirbt, sollte genau hinschauen. Die Fake-Module aus Glasgewebe sind nur eine von vielen Maschen, mit denen Betrüger derzeit versuchen, Kunden zu täuschen. Ein kritischer Blick kann vor bösen Überraschungen schützen.

📝 Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung basierend auf Inhalten von Heise Online umgeschrieben.
Share Copied