KI-Konferenz Rise of AI 2018: Warum künstliche Intelligenz intelligente Menschen braucht

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Laura Weber
News - 18 Mai 2026

Auf der diesjährigen „Rise of AI“-Konferenz in Berlin diskutierten über 30 Redner vor 600 Teilnehmern, wie künstliche Intelligenz (KI) zu einem längeren, glücklicheren und gesünderen Leben beitragen kann. Veranstalter Fabian Westerheide betonte die Dringlichkeit einer europäischen KI-Strategie, um nicht von den USA und China abgehängt zu werden.

Die Konferenz verfolgt die Mission, den Einsatz von KI für ein längeres, glücklicheres und gesünderes menschliches Leben zu fördern. Westerheide, KI-Investor und Ausrichter, möchte mit seinem seit 2015 jährlich stattfindenden Event Aufmerksamkeit auf KI-Lösungen lenken, die auf europäischen Werten basieren und international wettbewerbsfähig sind.

Seiner Ansicht nach sollten Europäer schnell eine gemeinsame KI-Strategie formulieren und umsetzen. Europa brauche mehr führende KI-Unternehmen und signifikant mehr Kapital für ambitionierte KI-Startups, sonst drohe der Anschlussverlust an den kapitalstarken US-Markt und die technologische Kraft Chinas.

Auf drei Bühnen präsentierten die Redner die vielfältigen Aspekte rund um künstliche Intelligenz. Die Vereinten Nationen sehen in KI eine hohe gesellschaftliche Relevanz, besonders bei Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung. E-Commerce-Anbieter wie Zalando nutzen KI bereits kommerziell, und Investoren definieren, wie ein KI-Startup aufgestellt sein muss, um für sie interessant zu sein.

Ein wiederkehrendes Motiv in vielen Vorträgen war der Wert „ein Prozent“. Damit verbunden die Einschätzung, dass die Menschheit beim Thema KI erst am Anfang steht und ihr Potenzial noch lange nicht ausschöpft, sodass wir weit von einer umfassenden „Artificial General Intelligence“ (AGI) entfernt sind.

Heutige sogenannte Narrow-AI-Anwendungen sind bestenfalls gut darin, eine einzelne Aufgabe zu lösen, aber nicht in der Lage, erlerntes Wissen, Algorithmen und Methoden selbstständig auf andere Problemstellungen zu übertragen.

Dennoch, so der bekannte deutsche KI-Experte Chris Boos, werde künftig alles, was nach Prozess riecht, durch KI betrieben werden. Der Weg zu echter AGI führe allerdings über den Menschen: Es brauche clevere Talente mit breitem Wissen oder viel Erfahrung, die einen gegenseitigen Wissenstransfer der verschiedenen Narrow-KI-Anwendungen ermöglichen.

Boos kritisierte, dass Unternehmen den Maschinen noch zu selten wirklich Relevantes beibringen. Sie lernten zu oft durch stumpfe, eigene Beobachtung und zu selten durch Input von „jemandem, der sich mit dem Thema auskennt“. Es brauche also mehr menschliche Intelligenz, um künstlicher Intelligenz Beine zu machen.

Viele Unternehmen setzen bereits auf KI, um Geschäftsprozesse zu automatisieren und zu optimieren. Allerdings, so der Tenor, könne man KI nicht einfach im Unternehmen verordnen. Stattdessen müsse Vertrauen aufgebaut werden, besonders bei den Mitarbeitern.

Jan Hofmann, Innovation Lead AI der Deutschen Telekom, zeigte, wie das gelingen kann. Sein Bericht aus dem Innenleben eines großen Telko-Konzerns verdeutlichte, dass Vertrauen für KI in der Belegschaft etwa durch eine klare Fokussierung auf Chatbots für den Kundenservice und eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Geschäftsbereichen entsteht.

KI konnte so aus dem fensterlosen Techie-Keller geholt werden, und eine schnelle, iterative Umsetzung unter Einbeziehung von Endnutzern wurde möglich. Auch ein hohes Maß an Transparenz ist dem Konzern wichtig: Die selbstauferlegten KI-Richtlinien sind auf der Konzernwebsite öffentlich zugänglich.

In der Zukunft, so ein weiterer Vortrag, müssen Kunden nicht mehr selbst nach Wunschprodukten in E-Shops und Vergleichsportalen suchen. Die KI entwickelt maßgeschneiderte Produkte und präsentiert sie proaktiv – basierend auf vielfältigen persönlichen und aggregierten Daten.

Dominique Ziegelmayer von Trusted Shops betonte in seinem Vortrag, dass es nicht reiche, nur Klickdaten und Bestellhistorie zu analysieren. Auch Social-Media-Beiträge und Produktbewertungen des Users müssten einfließen, um den nötigen Kontext zu schaffen.

Die Maschine sollte wissen, ob ein kürzlich gekauftes Produkt auch wirklich gut ankam, bevor sie es in neue Empfehlungen einbezieht. So entstehen präzisere Vorschläge und eine bessere Kundenerfahrung.

Wie E-Commerce-Unternehmen KI heute gezielt einsetzen, um Retourenquoten zu senken, zeigte Urs Bergmann von Zalando Research. Jeder Onlineshopper weiß, dass Kleidung oft in der tatsächlichen Größe abweicht, auch wenn das Etikett gleiche Größen ausweist.

Ein klarer Fall für KI: Wenn nur Kleidung ausgeliefert wird, die perfekt sitzt, steigt das Kundenerlebnis, und das Unternehmen spart Retourenkosten. Zalando setzt hier auf maschinelles Lernen, um Größenempfehlungen zu verbessern.

Eine weitere Prognose: Künftig werden Marken und Nutzer zu über 90 Prozent innerhalb von Messaging-Diensten wie Apple Business Chat und WhatsApp for Business kommunizieren. Michael-Maria Bommer vom Messaging-Anbieter LivePerson teilt diese Einschätzung.

Die schiere Menge eingehender Anfragen werde für Marken nur mit KI-gestützter Automatisierung zu bewältigen sein. Bommer führt an, dass es branchenübergreifend nur etwa 100 Anlässe – sogenannte „Intents“ – gibt, die Kunden dazu bewegen, mit Marken Kontakt aufzunehmen.

Diese Intents zu bedienen, ist die große Aufgabe für intelligente Systeme. „Konversationsdesign ist das neue Webdesign“, so Bommer. Und: Marken sollten keinen Bot als echten Menschen tarnen, denn wir kommunizieren anders (direkter, emotionsloser), wenn wir wissen, dass wir mit einer Maschine sprechen.

Das müssten Marken respektieren und das Nutzererlebnis darauf anpassen. Spannend ist auch Bommers These, dass erfahrene Callcenter-Agenten eine neue Rolle im KI-Ökosystem finden, etwa als KI-Journey-Manager.

Diese analysieren Kunde-Bot-Interaktionen, aktualisieren Intents in Echtzeit und trainieren Bots verschiedener Plattformen – mit dem Ziel kompromissloser Gesprächseffizienz, ganz wie im traditionellen Callcenter-Business.

Die Rise of AI 2018 zeigte sich in Berlin von ihrer besten Seite: hervorragende Redner, eine beeindruckende Themenvielfalt und eine erfrischende Mischung aus Big Picture von morgen und umsetzbarer Inspiration für heute.

Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz ist klar, jetzt seien die Europäer gefragt, „etwas Intelligentes daraus zu machen“, so der Tenor der Konferenz. Die Veranstaltung endete mit einem Aufruf an alle Beteiligten, die Chancen der KI entschlossen zu nutzen.

Peter Krause, Mitgeschäftsführer der Digitalagentur Triplesense Reply, fasste zusammen: Die Mission „Humanizing Digital“ stehe im Zentrum – digitale Lösungen zu entwickeln, deren Fokus auf perfekter User Experience liegt. Die Konferenz habe eindrucksvoll gezeigt, wie KI dazu beitragen kann.

Trotz aller Euphorie mahnten viele Redner zur Besonnenheit: KI sei kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das klug eingesetzt werden müsse. Der Mensch bleibe der entscheidende Faktor, um aus Daten echten Mehrwert zu schaffen.

Damit unterstrich die Konferenz einmal mehr: Künstliche Intelligenz braucht intelligente Menschen – als Entwickler, als Anwender und als Gestalter einer ethischen und nachhaltigen digitalen Zukunft.

Die Diskussionen in Berlin zeigten, dass Europa durchaus Potenzial hat, eigene Akzente zu setzen – wenn es gelingt, Kapital, Talente und eine wertebasierte Strategie zu bündeln. Davon waren die Teilnehmer am Ende des Tages überzeugt.

📝 Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung basierend auf Inhalten von t3n Magazin umgeschrieben.
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